Montag, 20. Juli 2015

Ein Schatz wird gekocht

 Mein winzigkleiner Färbepilz-Schatz namens Zimtbrauner Weichporling, gefunden im Hattinger
Schulenburger Wald 2004 und im Frerener Wald 2014 soll nun endlich gekocht werden.
Die beiden Funde wiegen zusammen 6 Gramm , mit 10 Gramm soll 100 Gramm Wolle passabel violett einzufärben sein, so steht es zumindest in Karin Tegelers Leitfaden.
 Für die 6 Gramm Pilz habe ich dann mal vorsichtshalber nur  ca. 30 Gramm Wolle abgewogen.

 Zunächst habe ich versucht, die Pilzstückchen im Mörser zu zerreiben.. das ging schon mal nicht.
Der Pilz ist viel zu gummiartig- also habe ich ihn zumindest klein zerbröselt.


Im nächsten Schritt wurde er ausgekocht...

 sobald das Wasser anfing zu sieden, trat deutlich violette Farbe aus.


Laut Rezept soll etwas Ammoniak in die Flotte.


Nachdem die Pilzstückchen etwa eine dreiviertel Stunde geköchelt haben, habe ich die Flotte
abgeseiht, die Pilzstückchen kamen in ein Gazetuch und zusammen mit der feuchten Wolle in die Flotte.
 Nach ca. einer halben Stunde war die Farbe komplett in der Wolle, die Flotte  war fast ganz klar.


Und das ist das Ergebnis : mit 6 Gramm Pilz 30 Gramm Wolle nicht gerade umwerfend , aber
ganz nett hellviolett gefärbt. 

Kommentare:

  1. Sehr interessant und die Farbe ist wunderbar geworden! LG Angie

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    1. Ich fand es auch ganz spannend; es war ja nur eine winzige Menge Pilz, und dafür fand ich die Farbausbeute doch ganz gut, und es färbte so schön problemlos und schnell!

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  2. Na, das hat sich ja "gelohnt"! So viel Arbeit für hellviolett wenn vollviolett das Ziel war!
    Hat mich nicht losgelassen. Habe gehirnt.
    Vielleicht liegt das Problem tatsächlich in der Feinheit. Der Pilz war gummiartig, schreibst du.
    Mein Gedanke, die Pilze vor dem mörsern im Backofen nachtrocknen um nachgezogenes Wasser zu entfernen, bei 75°C, zur Not bis auf brechhart, damit der Stößel wirklich fein zerbröseln kann.
    Je feiner das Färbemittel umso größer die Färbewirkung (war die Regel bei Wurzeln, vielleicht gilt die auch bei Pilzen).
    Ansonsten beizte ich meine Wolle immer VOR dem Färbebad, nie gleichzeitig. Mit vorgebeizter Wolle habe ich immer bessere Ergebnisse gehabt.
    Schönes Färbchen und vielleicht, denke positiv, hätte dir so ein über-knalle-pink auf dieser tollen Lockenwolle gar nicht gefallen.
    Viele Grüße,
    Karin

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    1. Ja, das mit dem Nachtrocknen wäre sicher eine Option gewesen.
      Aber vollviolett habe ich auch nicht erwartet- auch bei Karin Tegeler ist der Farbton nicht viel anders! Nun ja, vielleicht finde ich in den nächsten Jahrzehnten noch einmal das eine oder andere Pilzchen , dann habe ich einen zweiten Versuch frei! :-))

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  3. Mühselig ernährt sich das Eichhörnchen.
    LG Doris

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  4. Ah...interessant...
    Ja, der Farbton ist sehr zart....
    Liebe Grüße!

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  5. Immer wieder spannend so eine Färbung, mit etwas Neuem und ob denn da wirklich das raus kommt, was Andere damit färben oder wie es im Buch steht. Mit Pilzen da habe ich unterschiedliche Erfahrung gemacht. Ich glaube die Farbintensität hängt u.a. auch von der Stelle ab wo er wächst. Auf jeden Fall ein violett mit so ein bisschen Pilz ist doch spannend. LG Anke

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    1. Ich hatte auch nicht wirklich viel mehr erwartet- zumal Rohwolle auch meist die Farbe nicht so gut annimmt wie Kammzug oder Garne.

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  6. ........oh, was für ein zarter Farbton! Wunderschön.

    Liebe Grüsse traudel

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